Kunstausfahrt ins Museum Allerheiligen in Schaffhausen (CH) zur Ausstellung Olaf Breuning „Humans“
Eine kunstinteressierte Gruppe des Kunstvereins Singen machte sich auf den Weg in die benachbarte Schweiz, um das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zu besuchen. Neugierig waren alle auf die Ausstellung von Olaf Breuning „Humans“. Der Künstler gehört zu den international erfolgreichsten Schweizer Kunstschaffenden seiner Generation. Seine Werke bewegen sich spielerisch zwischen Zeichnung, Fotografie, Skulptur bis hin zu Videoinstallationen, die mit KI entstanden sind. Im Zentrum der Ausstellung steht unser Umgang mit der Welt – etwa die Ausbeutung der Ressourcen, und die ökologische Krise. Seine Lust am Absurden und Komischen verliert Breuning bei seiner Darstellung nicht. Die Teilnehmer versammelten sich zur Führung und wurden gleich zu Beginn der Ausstellung von einer vierköpfigen Big-Foot Familie auf einer Foto-Tapete begrüßt, aufgereiht wie die Beatles auf dem Abbey Road Cover. In einem anderen Ausstellungsraum bilden kleinformatige Zeichnungen mit witzigen Titeln den Hintergrund für eine Affenfigur aus Bronze. Das goldgefasste kurze Ende des blauen Seils, das sich hinter dem Affen ausbreitet, macht die Lebensspanne des Menschen proportional zur Erdgeschichte deutlich. Um das richtige Verhältnis darzustellen, hat Breuning die Arbeit „20 mm“ genannt. Bei allem Humor wurde der Grundtenor der Ausstellung deutlich: wir nehmen unsere Verantwortung für die Erde nicht wahr. Manch einer der Besucher kam auch bei den nächsten Arbeiten ins Grübeln. Dargestellt wird die Erdkugel, die sich gerade noch an der Spitze halten kann, im Werk „The Edge“. In der folgenden Installation „Out of Balance“, in der glänzende Rüstungen auf Rollschuhen ineinander verkeilt sind, wurde nochmals deutlich: hier ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Rollschuhe und Arm- und Beinschienen erschienen allen nicht zeitgemäß, um die aktuellen Probleme zu lösen. Auch bei dieser Installation wurden alle nachdenklich. Es folgte die Videoarbeit „Al Characters“. Dort läuft der Besucher an 8 Bildschirmen vorbei. Immer wieder fängt dort eine der Figuren zu singen an. Hier erkennt man vom Reptilienmenschen bis zum Astronauten durch alle diese Charaktere den Künstler. Für Breuning ist KI offensichtlich so etwas wie die konsequente Fortsetzung der ersten Werkzeuge des Menschen. Nach diesen zahlreichen Eindrücken machten sich die Teilnehmer der Kunstausfahrt auf den Heimweg. Einig war man sich darin, dass der Künstler wohl den Glauben an die menschliche Vernunft verloren hat, den Fortschrittsoptimismus aber offensichtlich nicht.
Text: Gabi Trah
Bilder: Deger Pinar-Messelem
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